Work Experience 2015

In diesem Schuljahr haben 11 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 an dem Austausch teilgenommen. Sie haben vom 16. März bis zum 27. März Berufspraktika in Kindergärten, an Schulen und in einem Altenheim in Cheltenham absolviert und viele interessante Erfahrungen gemacht. Einen kleinen Einblick vermittelt der folgende Bericht von Ines Rapp.

Persönliche Motivation

Als ich mich in der achten Klasse zum englischen Schüleraustausch angemeldet habe, hätte ich nicht gedacht, dort so gute Freunde zu finden, dass ich mich 3 Jahre später auch für "work experience" entscheiden würde. Immerhin steckt das Wort "Arbeit" schon im Namen des Programms, was ich als fauler Mensch nicht besonders verlockend finde. Allerdings ist es genau so gekommen.

Gastfamilie und Unternehmungen

Meine nette Gastfamilie hat mich und meine Freundin, die dort niemanden kannte, aufgenommen, und uns in ihren Alltag integriert. Wir wurden mitgenommen auf Ausflüge, zu den Hobbys der Schwestern und zu allem, was sich sonst ergeben hat. So haben wir Worcester, Bourton-upon-the-water und Stratford-upon-Avon kennengelernt und durften in den Reitstall, in eine jüdische Sonntagsschule, zu den englischen Pfadfindern und zu Konzerten mitgehen. Sie haben uns aber auch immer angeboten, alleine etwas zu unternehmen, uns zum Beispiel mit den anderen Deutschen zum Bowlen zu treffen oder mit dem Bus nach Oxford zu fahren.
Das Essen war übrigens auch immer lecker. Weil ich und meine englischen Freundinnen Vegetarier sind, gab es für uns immer etwas fleischloses, meine deutsche Freundin konnte sich immer aussuchen, worauf sie Lust hatte.
Eine so tolle Gastfamilie ist bestimmt keine Selbstverständlichkeit, aber soweit ich weiß, haben die meisten ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Austauschpartnern und ihren Gastfamilien.

Das Praktikum

Mein Arbeitsplatz war die Charlton Kings Infant's School, eine Schule für Kinder von 4-7 Jahren, die auch behinderte Schüler besuchen. Den Kindern wird alles beigebracht, was man auch hier in Deutschland in der ersten und zweiten Klasse lernt, aber in Mathe haben sie auch Stoff, den ich erst in der dritten Klasse gelernt habe. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass mehr am Computer gearbeitet wird.
Die erste Woche habe ich mit den ältesten Kindern der Schule verbracht, in der zweiten war ich bei jüngeren Schülern.

Entgegen meinen Erwartungen musste ich, außer einer kleinen Deutschstunde kurz vor den Ferien, keinen Unterricht halten, sondern hauptsächlich Arbeitsblätter einkleben und aufräumen, aber auch den Kindern beim Arbeiten helfen. Letzteres hat natürlich sehr viel mehr Spaß gemacht. Am Anfang war es vor allem schwer, die Kinder zu verstehen, aber am Ende hatte ich mich auch daran gewöhnt.
Es waren wirklich ausnahmslos alle nett zu mir, sowohl Schüler als auch Lehrer, Unterrichtshelfer, die Sekretärin oder der Hausmeister. Am ersten Tag hat mich ein Schüler ein wenig verspottet, weil ich ein Wort nicht kannte. Für die Kinder ist es seltsam, jemanden kennenzulernen, der ihre Sprache nicht so gut spricht.

In der Schule ist der Umgang mit den Kindern allgemein ein bisschen strenger als bei uns, es wird mehr Wert auf Leistung und Disziplin gelegt. So wurden in der ersten Klasse die Kinder nach ihrem Können an verschiedene Tische gesetzt. Die Zusammensetzung der Kinder wechselt aber in den verschiedenen Fächern. Die verschiedenen Begabungen und wie verschieden die Kinder mit den Aufgaben umgegangen sind, ist mir vor allem in der zweiten Klasse aufgefallen.

Wenn ich in der Schule erfolgreich etwas erklärt habe, war das ein Glücksmoment für mich. Ansonsten werden mir vor allem der Besuch in der jüdischen Sonntagsschule und das Jubiläumskonzert zweier Schulen besonders positiv in Erinnerung bleiben.

Ines Rapp