AG Spurensuche

Seit Beginn des Schuljahres 2019/20 gibt es am LiHi die AG Spurensuche. Wir wollen uns mit der Geschichte unserer Schule auseinandersetzen und diese unter verschiedenen Fragestellungen untersuchen. Unser erster Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Schicksale jüdischer Schülerinnen unserer Vorgängerschule, des Städtischen Lyzeums bzw. der Elisabeth-Charlotte-Schule.
Wenn ihr Interesse an einer Mitarbeit habt, wendet euch an Frau Craiovan ([email protected]) oder Herrn Eymann ([email protected]).

STOLPERSTEINE

Seit 1992 verlegt der Künstler Gunter Demnig Stolpersteine in ganz Europa, um auf das Schicksal jener Menschen aufmerksam zu machen, die während der Zeit des Nationalsozialismus auf unterschiedlichste Arten und Weisen zum Opfer wurden. Er will den Opfern ihren Namen zurückgeben und daher werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Personen Messingtafeln in den Boden eingelassen, in welche die Namen, Geburts-, Deportations- und Sterbedaten eingraviert sind.
Er hat so das größte dezentrale, also über einen ganzen Kontinent verteilte Mahnmal geschaffen und es gelingt ihm durch ein Glänzen am Boden, die Aufmerksamkeit von Menschen ganz unverhofft für zumindest einen Moment auf eine Geschichte zu lenken, die für viele im Alltag keine Rolle spielt.
Die Stolpersteine sorgen also dafür, dass wir uns erinnern und dazulernen, dass es unser aller Geschichte ist und dass es uns auch heute noch begegnet.
Es liegt also an uns, was wir aus dieser Erinnerung machen, und jeder sollte sich darüber bewusst sein, dass jede Art des Umgangs mit dem Nationalsozialismus eine Auswirkung hat, unabhängig davon, ob wir es verdrängen oder uns kritisch damit auseinandersetzen.

Wir, die AG Stolpersteine am LiHi, haben uns für die kritische Auseinandersetzung entschieden und dafür, dass wir uns gezielt mit einzelnen Schicksalen beschäftigen wollen.
Beginnen wollen wir ganz nah, nämlich mit dem Leben jener jüdischen Schülerinnen, die von 1930 bis 1938/39 unsere Vorgängerschule besucht haben.
Wieso nur bis 38/39? Bei unserer bisherigen Recherche haben wir anhand der Schülerlisten aus den einzelnen Jahren festgestellt, dass die Anzahl der jüdischen Schüler von Jahr zu Jahr geringer wurde, da diese entweder die Schule verlassen mussten oder, wie wir vermuten, die Familie entschied, ihre Kinder aus Gründen der Sicherheit von der Schule zu nehmen.

In unseren AG-Treffen, die aktuell jeden Montag stattfinden, sichten wir also alte Zeugnisse, Stundenpläne, Schüler- und Lehrerlisten, gehen ins Schul- und Stadtarchiv und lassen uns kreative Mittel und Wege einfallen, um an die nötigen Informationen zu kommen, um einen eigenen Stolperstein verlegen zu können. Man kann hier also in historische Arbeit hineinschnuppern und lernt nicht nur etwas zur NS-Zeit, sondern auch allgemein über das Leben früher und wie man zielführend recherchiert.

Man sollte eine große Portion Geduld mitbringen, da man gerade am Anfang viele Quellen zur Verfügung hat, ohne allerdings zu wissen, welche wichtig sind und welche nicht. Wir sind aber alle der Meinung, dass es sich lohnt sich für dieses Projekt einzusetzen und es das Ergebnis ohne Zweifel wert ist.
Aktuell arbeiten wir an der Organisation einer Stolpersteinverlegung mit und gestalten mehrer Programmpunkte in diesem Rahmen (mehr dazu unter -> Aktuelles).
Wird sind noch ein sehr kleines Team aber vielleicht hast du jetzt Lust bekommen mitzuarbeiten, dann wende dich am besten an Herr Eymann oder Frau Craiovan oder schau montags in der Mittagspause einfach mal in Raum 156 vorbei.
Wir freuen uns auf dich.