Literarischer Wettstreit in Mainz - Der Deutsch-Leistungskurs (MSS 12) besuchte den Poetry-Slam im Frankfurter Hof

Einen modernen außerunterrichtlichen Anschluss an Fragen der sprachlichen Auseinandersetzung mit der Umwelt, der eigenen Identität oder allgemeinen Alltagsaspekten bietet der Poetry-Slam, auch Dichterwettstreit genannt. Diese im Unterricht des Leistungskurses Deutsch der Jahrgangsstufe 12 (Kurs D2) bereits intensiv thematisierte Materie wurde daher zum Anlasse genommen, um am 22. November den in Mainz im Rahmen der deutschsprachigen Meisterschaften stattfindenden Poetry-Slam zu besuchen.

Die hierbei präsentierten Texte sind dabei an keine Gattung gebunden: Ob Lyrik oder Prosa, laut oder leise; es ist alles erlaubt, was mit Stimme und Körper möglich ist. So zeigte sich auch an diesem Abend nach der Einstimmung durch eine unterhaltsame musikalische Persiflage von mexikanischen Anklängen bis hin zu Punk-Rock-Tönen durch den Musiker Tillmann, dass die Literaten auf der Bühne eine große inhaltliche Bandbreite boten. Die Schüler brachten dabei ihre Begeisterung von den einzelnen Darbietungen offen zu Tage, wenngleich sich in der Vorrunde schnell zwei Favoriten herausstellen konnten. Dabei wirkte sogar eine Schülerin als eine der fünf PunktrichterInnen - sie war zuvor auf eigene Initiative von den Moderatoren ausgewählt worden - mit.
Im Finale lieferten dann die beiden Dichter dem Publikum literarisch sehr ansprechend verpackte Kritiken an aktuellen politischen Themen, welche im Besonderen auch dazu geeignet sind, im Deutschunterricht sinnvolle und ansprechende Anknüpfungspunkten zu schaffen. Der spätere Sieger Lars Ruppel, aber auch Daniel Wagner konnten dabei die Schüler gleichermaßen überzeugen, auch wenn diese Überzeugung aufgrund des fortgeschrittenen Abends mitunter nicht reichte, um der auf der Heimfahrt zu erkennenden Müdigkeit entgegenzuwirken.

Abschließend ist dennoch an den positiven Reaktionen der SchülerInnen deutlich geworden, dass ein Poetry Slam nicht nur einen hohen Unterhaltungsfaktor bietet, sondern ebenso der Lerneffekt und die Begeisterung für das Fach Deutsch hierdurch gesteigert werden.

A. Krautkrämer